Die Geschichte des Lahder Bismarckplatzes
Lahde einst und jetzt
von Wilhelm Gerdes
(Ausgabe 19, Oktober 2006)
Wenn man sich mit der Geschichte des Lahder Bismarckdenkmals beschäftigt, muss man sich auch mit der Geschichte des Lahder Bismarckplatzes, dem zentralen Platz in unserem Ort, beschäftigen.
Fakt ist, dass der Bismarckplatz in Lahde seinen Namen durch das Bismarckdenkmal erhalten hat, das ebenda, an der Bahnhofstraße gegenüber dem Küchenstudio und in der Nähe des Lahder Kriegerdenkmals gestanden hat. 1927 wurde das Bismarckdenkmal von den Gemeinden des Amtes Windheim zu Lahde errichtet. Es bestand aus Feldsteinen, in die auf der Seite zur Bahnhofstr. hin ein großer Sandsteinblock mit der Inschrift Bismarck eingelassen war. Außerdem befand sich auf dem Denkmal ein ovales, metallenes Relief mit der Büste des Namensgebers. 1964/65 wurden beide Lahder Denkmäler bei der Herrichtung und Gestaltung des Bismarckplatzes abgebrochen und entsorgt.
Jetzt kommt die Geschichte des Bismarckplatzes ins Spiel. Bis dahin stand das Bismarckdenkmal allein auf weiter Flur. Gegenüber stand zwar das Geschäftshaus Borggrefe und das Haus des Viehhändlers Rüter, das Amtsgebäude schloss sich an, auf der westlichen Seite begann der erste Teil des Ortskerns von Lahde. An der alten Bückeburger Straße, die Kriegerdenkmal und Bismarckdenkmal trennte, wuchsen viele Kastanienbäume. Man sprach von einer Kastanienallee. Nach Osten hin, bis zum Bahnhof, bis zum Öttingschen Wohnhaus, zu dem Haus von Randermann und der alten Besiedlung auf dem Vogelbrink, war Ackerland.
Dieses Ackerland umgab auch das Bismarckdenkmal von Lahde und gehörte Bauer Nahrwold, Meyerhöfe 2.
Als die rasante wirtschaftliche Entwicklung Lahdes in den 50iger Jahren begann, wurde der Bedarf nach neuen Bebauungsgebieten immer größer. Bauer Nahrwold verkaufte seine Ackerflächen in der Dornenbreite. Es entstand das gleichnamige Bebauungsgebiet. Durch die Umlegung der Bückeburger Str. östlich der alten Trasse entstand der dreieckige Bismarckplatz. Er wird umrahmt durch die Straßen Am Bismarckplatz, Bahnhofstr. und Bückeburger Str. Er ist gern gesehener Parkplatz für die zahlreichen Einzelhandelsgeschäfte in seiner Umgebung und zentrale Bushaltestelle.
Bei der Gestaltung des Bismarckplatzes waren beide Denkmäler im Weg. Sie wurden abgebrochen.
Das Kriegerdenkmal erhielt seinen neuen, etwas verlorenen Platz auf dem Gelände der evangelisch-.lutherischen Kirche in Lahde. Es erhielt eine neue künstlerische Form und gelangt einmal im Jahr, am Volkstrauertag, in das Blickfeld der Öffentlichkeit. Hier hält dann die Kulturgemeinschaft Lahde unter Beteiligung der Feuerwehr und des Schützenvereins seine Gedenkfeier ab.
Das Bismarckdenkmal verschwand gänzlich. Die Feldsteine konnten von Lahder Bürgern erworben werden. So sollen bei Herrn Walter Bruns Unterm Berge noch Feldsteine des Denkmals zu finden sein.
Der Sandsteinblock mit der Inschrift Bismarck wurde in die Schuttkuhle am Driftenweg entsorgt. Bauer Lange aus Quetzer-Heide entdeckte diesen Stein in der Kuhle und holte ihn mit großer Mühe auf sein Grundstück. Dort lag er viele Jahre im Auslauf seines Hühnerhofes unentdeckt, bis er ihn auf der Freifläche neben seinem Wohnhaus auf Feldsteinen aufstellte. Dort entdeckte ich ihn auf einer meiner Fahrradtouren. Bei einem Gespräch mit Herrn Lange sagte er mir die Rückkehr des Steines nach Lahde zu. Sie war sehr zeitaufwendig zu realisieren, so dass Herr Lange darüber verstarb. Neue Gespräche mit seiner Tochter und seinem
Schwiegersohn machten nun die Rückkehr im Oktober 2005 möglich. Firma Schildmeier aus Quetzen transportierte ihn an Gurten hängend auf das Grundstück von Herrn Fergas. Dort wurde er gereinigt und begutachtet. Zwar hat der Zahn der Zeit an ihm genagt, er ist aber in einem relativ guten Zustand und soll im Jahr 2006 als Erinnerung an das ehemalige Denkmal wieder aufgestellt werden. Sein neuer Standort soll in der Nähe seines alten liegen. Nur 20 m entfernt soll er an der Hainebuchenhecke neben dem Grundstück Humke gut einsehbar von der Bahnhofstr. neu aufgestellt werden. Über die neue Form des Denkmals macht sich Herr Landefeld von der Stadtverwaltung seine Gedanken, die in der Kulturgemeinschaft Lahde diskutiert und zu einem guten Ergebnis gebracht werden sollen. Ein Hinweisschild soll auf die Bedeutung dieses Denkmals hinweisen.
Nachdem ich jahrelang mehr oder weniger intensiv nach der ovalen metallenen Tafel von Bismarck gesucht hatte, wurde mir zugetragen, dass ein ehemaliger Wasserwärter der Stadt Petershagen sich erinnern könnte, die gesuchte Büste im Keller des ehemaligen Wasserwerkes in Lahde, Friller Str. gesehen zu haben. Dort wurde sie dann auch gefunden. Malermeister L. Blome reinigte sie und bei Aufstellung des Bismarckdenkmals an seinem neuen Platz wird sie dort auch angebracht.