Geschichtlicher Wanderweg durch Lahde erfolgreich eingeweiht
Am 13. Juni wurde in Lahde der neue „Geschichtliche Dorfspaziergang“ offiziell eröffnet. Zahlreiche Interessierte folgten der Einladung der Interessengemeinschaft Heimatgeschichte Lahde und begaben sich gemeinsam auf eine spannende Zeitreise durch die Geschichte ihres Heimatortes. Auf einer rund zwei Kilometer langen Strecke wurden insgesamt 15 Stationen vorgestellt, die auch künftig anhand von Informationstafeln, historischen Fotos, Karten und digitalen Zusatzangeboten die Vergangenheit Lahdes lebendig werden lassen.G
Neben der Petershagen-App wurde in Zusammenarbeit mit der Stabstelle für Wirtschaftsförderung und Touristik eine kleine Broschüre entworfen. Sie dient zur Orientierung auf der Wegstecke und bietet die wichtigsten Informationen vorab. Als Ausgangs- und Endpunkt dieses Wanderweges dient der Parkplatz an der Friedhofskapelle. Die Wegstrecke beträgt ca. zwei Kilometer.
Der Spaziergang führte gleich gegenüber, zur ersten Station, dem ehemaligen Spritzenhaus. Hier erinnerte man an das 1933 in Eigenleistung errichtete Feuerwehrgerätehaus und den bis heute bekannten Leitspruch der Feuerwehr: „Gott zur Ehr, dem Nächsten zur Wehr“.
An der zweiten Station stand die Klostermühle im Mittelpunkt. Die Teilnehmer erfuhren Wissenswertes über ihre Ursprünge im Umfeld des mittelalterlichen Klosters und über den Wiederaufbau nach dem Brand von 1870 als kombinierte Wind- und Wassermühle
An der vierten Station erinnerte man an das ehemalige Pfarrwitwenhaus, eines der ältesten Gebäude des Ortes. Die Geschichte des Hauses, seiner Bewohner und seiner späteren Nutzung als „Alte Apotheke“ stieß auf großes Interesse. Heute erinnert nur noch der erhalten gebliebene Spruchbalken an die bewegende Reformationszeit unserer Heimat.
Gegenüber befand sich einst das bekannte Hotel Tonne, das als fünfte Station vorgestellt wurde. Viele Teilnehmer erinnerten sich noch an die Gastwirtschaft und die spätere Diskothek „Gong“, bevor das Gebäude 1978 durch einen Brand zerstört wurde.
Mit der Station Ohle Geesken wurde anschließend eine weitere historische Hofstätte besucht. Die Teilnehmer erfuhren Details über ihre lange Geschichte und die markante Giebelgestaltung aus dem Jahr 1793.
An der siebten Station, der Alten Schmiede Helbig, wurde an die Generationen von Schmieden erinnert, die hier arbeiteten und die Fuhrwerke der Reisenden versorgten. Gleichzeitig wurde die Entwicklung des Standortes bis zum heutigen Gebäude nachgezeichnet.
Der Lahder Krug bildete die achte Station des Rundgangs. Als vermutlich ältestes erhaltenes Gebäude Lahdes faszinierte es mit seiner mehr als 450-jährigen Geschichte und seiner Bedeutung als einstige Zollstation und spätere Gastwirtschaft.
An der Kreuzung Fährstraße/Vor der Reihe wurde deutlich, wie stark sich das Ortsbild im Laufe der Zeit verändert hat. Hier standen einst mehrere Gebäude, die im Zuge des Straßenbaus im 19. Jahrhundert abgerissen wurden.
Die zehnte Station führte zum Standort des Alten Amtshauses, dem ersten Verwaltungssitz des Amtes Windheim zu Lahde. Die Besucher erhielten Einblicke in die Entwicklung der kommunalen Verwaltung und die Gründe für den späteren Neubau an der Bahnhofstraße.
An der Alten Volksschule wurde die lange Tradition der Schulbildung in Lahde vorgestellt. Von den ersten Unterrichtsstunden im Kloster bis zum Bau moderner Schulgebäude spannte sich hier ein weiter geschichtlicher Bogen.
Ein besonderer Höhepunkt war die Besichtigung der Lahder Kirche. Die Geschichte des Gotteshauses reicht mehr als 800 Jahre zurück. Die Teilnehmer erfuhren, wie die heutige Kirche Ende des 19. Jahrhunderts entstand und welche Bedeutung die Vorgängerkirche für die Gemeinde hatte.
Direkt gegenüber erinnerte die vierzehnte Station an das ehemalige Küsterhaus. Hier wurde die wichtige Rolle des Küsters erläutert, der früher nicht nur kirchliche Aufgaben wahrnahm, sondern zugleich als Lehrer tätig war.
Den Abschluss des Rundgangs bildete die fünfzehnte Station am Standort des ehemaligen Lahder Klosters auf dem Mönkegarten. Die Geschichte des 1265 gegründeten Dominikanerinnenklosters, der Konflikte mit den Erben des Stifters und des späteren Niedergangs des Klosters bildeten den eindrucksvollen Schlusspunkt der Zeitreise durch die Ortsgeschichte.
Nach dem offiziellen Ende des Dorfspaziergangs versammelten sich die Teilnehmer neben der Kirche zur Einweihung einer weiteren historischen Besonderheit. In gemeinsamer Arbeit der Kulturgemeinschaft Lahde, der IG Heimatgeschichte und der Kirchengemeinde war für den erhalten gebliebenen Spruchbalken des ehemaligen Pfarrwitwenhauses ein würdiger Ausstellungsplatz geschaffen worden. Mehr als 300 ehrenamtliche Arbeitsstunden sowie zahlreiche Geld- und Sachspenden waren dafür erforderlich.
Der historische Balken trägt die Inschrift:
„Wähle lieber ehrliche Armut als unehrlichen Reichtum. Wenn Gott für uns ist, wer mag wider uns sein.“
Heute hat dieses bedeutende Zeugnis der Lahder Geschichte unweit seines ursprünglichen Standortes wieder eine Heimat gefunden. Die neu gestaltete Sitzecke lädt Besucher dazu ein, die Eindrücke des Rundgangs nachwirken zu lassen und in die Vergangenheit des Dorfes einzutauchen.
Bei einem gemeinsamen Imbiss klang die Veranstaltung in geselliger Runde aus. Gleichzeitig wurde bereits auf den nächsten historischen Spaziergang hingewiesen, der am 12. September stattfinden soll und weitere interessante Orte der Lahder Geschichte in den Mittelpunkt rücken wird.










